Gottesdienst zum Reformationsfest am 31. Oktober   

Viele waren gekommen, um diesen Gottesdienst am Reformationstag mitzufeiern. Einige konnten sogar neben einer Lutherskulptur Platz nehmen. In seiner Kanzelrede stellte Pfarrer Rainer Eppelmann heraus, dass die Demokratie in jedem Fall die bessere Staatsform ist. Eine Diktatur wie in der damaligen DDR wäre keine Option. An vielen Beispielen machte er das deutlich. Dennoch müsse jede und jeder einzelne überlegen, was ihr oder sein Beitrag sein könnte, das Leben in unserer Demokratie zu verbessern. Sehr passend beendete Herr Eppelmann seine Ausführungen mit dem Gedicht „Was keiner wagt“ von Lothar Zenetti – römisch-katholischer Theologe, Priester und Schriftsteller (1926 – 2019):

Was keiner wagt, das sollt Ihr wagen,
was keiner sagt, das sagt heraus,
was keiner denkt, das wagt zu denken,
was keiner ausführt, das führt aus.

Wenn keiner ja sagt, sollt Ihr´s sagen,
wenn keiner nein sagt, sagt doch nein,
wenn alle zweifeln, wagt zu glauben,
wenn alle mittun, steht allein.

Wo alle loben, habt Bedenken,
wo alle spotten, spottet nicht,
wo alle geizen, wagt zu schenken,
wo alles dunkel ist, macht Licht!

Die Musik im Gottesdienst faszinierte nicht nur durch eine Improvisation zu Martin Luthers Choral  „Ein feste Burg ist unser Gott“ von Kirchenmusikdirektor Oliver Scheffels an der Orgel. Ebenso beeindruckte der Posaunenchor St. Matthäus-Mennoniten – ebenfalls unter der Leitung von Scheffels. Nach dem Gottesdienst folgten viele Gäste der Einladung zum Empfang in den Martin-Luther-Saal, wo auch das eine oder andere Foto mit einer der Lutherskulpturen aus den Beständen des Dekanats entstand. Der Künstler Ottmar Hörl hatte im Jahr 2010 800 Stück davon auf dem Wittenberger Marktplatz installiert.